Zwischen Staunen, Bewusstsein und Freiraum – Eine Reise um Welt

Ich sitze an Deck, die Sonne berührt den Horizont, das Meer glitzert, als würde jemand tausend kleine Spiegel in die Wellen tauchen. Hinter mir liegt ein Jahr Bewegung voller, vor mir liegt ein neues – offen, unbekannt, verheißungsvoll. Ich schreibe. Nicht, um etwas festzuhalten, sondern um mich zu verlangsamen. Worte sind für mich wie Wellen – sie kommen, tragen mich, gehen.

„Staunen“, steht als Überschrift auf der heutigen Seite meines Reisetagebuchs.
Staunen ist mein Reisegefährte geworden. Es erinnert mich daran, dass Bewusstsein nichts ist, was man einmal erreicht – es ist etwas, das wächst, wenn man noch wird.

Hochhäuser in New York – der erste Blick

New York empfängt mich laut, pulsierend, lebendig – wie ein Atemzug aus Glas und Stahl. Ich stehe zwischen den Hochhäusern und fühle mich klein, aber auf eine gute Weise. Überall blinkt, summt, spricht, bewegt sich etwas.
Frank Sinatra besang New York einst als die Stadt, die niemals schläft.
Ich gehe durch die Straßen nahe des Times Square, rieche geröstete Nüsse, spüre den Wind, der durch die Schluchten der Stadt zieht. Menschen laufen in alle Richtungen, jeder mit einem Ziel, jeder ein winziger Teil dieser vibrierenden Metropole.
In der Höhe spiegeln sich Sonnenstrahlen in Fenstern – sie tanzen über Beton. Ich hebe den Blick, und für einen Augenblick habe ich das Gefühl, die Welt hält inne.
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Fünf Sätze zu New York:
New York ist kein Ort, sondern ein Zustand. Eine Mischung aus Vision und Geschwindigkeit. Zwischen Hudson und East River treffen Kulturen wie Wellen aufeinander. Das Licht an einem klaren Wintermorgen lässt selbst Stahl menschlich wirken. Wer hier steht, erkennt, wie nah Überforderung und Inspiration beieinander liegen.
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Ich schreibe in mein Journal:
„Bewusstsein beginnt dort, wo der Lärm mich nicht mehr stört, sondern Teil meiner Wahrnehmung wird.“

Miraflores Schleuse, Panama – Bewegung als Wunder

Ein Tag im Panama-Kanal. Die Sonne steht senkrecht, der Himmel spannt sich wie Glas über die Wasserstraße. Ich beobachte, wie sich ein riesiges Frachtschiff langsam in die Miraflores-Schleuse schiebt. Zentimeter für Zentimeter. Das Wasser steigt, metallische Tore schließen sich, Seile spannen sich, Maschinen Surren. Ich höre kaum noch mein eigenes Atmen. Menschen zwinkern, Boote tuckern vorbei – alles funktioniert in einer präzisen Choreografie, die wie Magie wirkt.

Hier begreife ich Zyklen neu: alles fließt, alles gleicht sich aus, alles hat seine Zeit.

Fünf Sätze zur Miraflores Schleuse:
Die Miraflores-Schleusen sind das technische Herz des Panama-Kanals. Sie verbinden Atlantik und Pazifik – zwei Ozeane, die sich nicht vermischten, bis Menschen das Wasser lenkten. Gigantische Tore aus Stahl heben und senken Schiffe über 26 Meter. Wer am Geländer steht, sieht: Hier fließt die Weltgeschichte vorbei, langsam und doch gewaltig. Das Summen der Maschinen klingt wie ein kollektives Herzschlagen.
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Ich lächle. Staunen fühlt sich an wie innerer Freiraum – weil es mich mit dem Leben verbindet, das größer ist als mein To-do-Listen.

Stonehenge & Bath – Steine ​​und Quellen

Es ist kalt und windig in Südengland. Ich stehe vor Stonehenge, die Steine ​​grau gegen den Himmel, der Regen kommt waagerecht. Trotzdem bleibt die Zeit still. Hier ist alles reduziert: Stein, Himmel, Wind, Ich.
Niemand weiß, warum sie gegründet wurden, wer sie vorgestellt wurde – und gerade das macht sie zeitlos. Ich lege die Hand auf den kühlen Felsen und denke: Bewusstsein ist Erinnerung an Verbundenheit, auch über Jahrtausende.
Später fahre ich weiter nach Bath. Dampf steigt auf, dort, wo seit römischen Zeiten heiße Quellen sprudeln – seit 43 n. Chr. Menschen Wärme schöpfen. Der Duft von Schwefel liegt in der Luft. Ich sitze am Rand, tauche die Hände in das Wasser – und spüre Geschichte.

Fünf Sätze zu Bath:
Bath liegt im Südwesten Englands und ist seit fast zweitausend Jahren ein Ort des Heilens. Die römischen Bäder, aus Stein und Stille gebaut, lassen die Zeit fließen. Über alles liegt der Duft von Geschichte, gepaart mit dem Gemurmel der Quellen. Jede Blase, die aufsteigt, scheint ein Geheimnis aus der Vergangenheit zu bergen. Bad ist ein Ort, der lehrt: Wohlbefinden hat Tiefe.
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Antigua – wo Wind Geschichte erzählt

Die Sonne brennt, das Wasser glitzert. Im English Harbour steht Nelson’s Dockyard, ein alter Marinestützpunkt voller Leben. Weiße Segel bohren sich in den Himmel, Kinder lachen am Pier, und in der Ferne laufen Musiker trommelnd durch die Gassen. Ich streife durch das historische Dock, sehe alte Backsteinlagerhäuser, Rieche Teer, Salz und gebrannte Sonne. Es ist, als hätte die Geschichte der Seefahrt selbst hier angelegt – stolz, unruhig, frei.

Fünf Sätze zu Antigua:
Antigua, eine der Perlen der Karibik, ist berühmt für Nelson’s Dockyard, UNESCO-Kulturerbe und lebendiges Denkmal kolonialer Geschichte. In der Luft liegt eine Mischung aus Salz, Gewürzen und Sonne. Segelboote liegen Schulter an Schulter im Hafen, moderne Yachten treffen auf alte Masten. Hinter dem Meer erhebt sich grüner Hügel. Dieses Zusammenspiel aus Geschichte und Gegenwart verleiht Antigua einen besonderen Rhythmus – er klingt nach Wind.
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Ich schreibe: „Staunen trainiert nicht den Kopf, sondern das Herz.“

Funchal, Madeira – die Farben des Lebens

Der Morgen in Funchal duftet nach Kaffee, Meersalz und tropischer Frische. Die Markthalle erwacht. Zwischen Ständen voller Bananen, Mango, Maracuja und Blumen drängen sich Stimmen – ein Kaleidoskop aus Farben und Leben. Eine alte Frau reicht mir getrocknete Papaya, lächelt, ich probiere. Der Geschmack ist süß, sonnenwarm, ehrlich. Draußen steigen die Gassen steil an. Überall Blumen, Treppen, Aussicht. Madeira wirkt wie ein Garten, der gelernt hat, in den Himmel zu wachsen.

Fünf Sätze zu Funchal auf Madeira:
Funchal ist ein Paradies aus Gerüchen und Bewegung. Die Markthalle „Mercado dos Lavradores“ ist das Herz der Stadt – hier schmeckt man, was die Insel atmet. Fischer verkaufen Thunfisch, Händler bieten bunte Stickereien an. Zwischen den Mauern duftet es nach Zuckerrohr und Meer. Wer Funchal erlebt, spürt, dass Lebensfreude eine Haltung ist.
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Ich lasse mich treiben, kaufe einen Strauß Strelitzien. Dieses Land atmet Farben. Ich staune – leise, tief, dankbar.

Capri – Licht in Blau

Ein Boot bringt mich zur Grotta Azzurra. Das Licht im Inneren ist so unwirklich, dass ich den Atem anhalte: kalt, blau, lebendig. Das Wasser leuchtet von unten, als käme die Helligkeit aus einer anderen Welt. Ich strecke die Hand hinein – sie schimmert, wie von innen beleuchtet. Draußen duftet es nach Zitronen, Öl und Sommer. Menschen lachen, Möwen kreisen. Ich bleibe immer noch. Dieses Licht erklärt ohne Worte, was Schönheit meint.

Fünf Sätze zur Insel Capri:
Capri, südlich von Neapel, ist Inbegriff des mediterranen Traums. Felsen steigen steil aus dem tiefblauen Meer. In der legendären Blauen Grotte entsteht ein magisches, schnell übernatürliches Lichtspiel. Überall riecht es nach Zitrus und Salz. Capri ist ein Ort, an dem selbst Stille golden glüht.
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Le Havre & Köln – Märkte, Menschen, Momente

In Le Havre streife ich über den Wochenmarkt. Frische Austern, Käseberge, Stimmengewirr. Händler lachen, Kinder laufen, der Wind vom Ärmelkanal trägt den Geruch von Meer und Kaffee herüber. Ich genieße diesen Moment des Gewöhnlichen.

Fünf Sätze zu Le Havre und Köln:
Le Havre ist Hafen, Markt und Melancholie. Nach dem Krieg wieder aufgebaut, verbindet die Stadt französische Klarheit mit maritimer Seele. Die Markthalle pulsiert – Brot, Blumen, Fische, Stimmen. Hier riecht es nach Algen und Geborgenheit. Zwischen den grauen Häusern glitzert die Gischt – und erzählt von Hoffnung.
Ein paar Tage später landete ich in Köln. Domglocken, Rheinluft, Lichterketten. Ich trinke Kaffee am Rheinufer, höre spielende Kinder, und spüre: Heimat ist manchmal einfach das Erkennen von Rhythmen, die vertrauten Klingen.
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Santorin – Vulkan und Stille

In der Ägäis wartet Santorin. Die weißen Häuser der Caldera kleben an den Felsen, als wollten sie den Himmel halten. Blau, Weiß, Sonne, Schatten – ein Spiel aus Kontrasten. Ich atme tief ein. Hier riecht es nach Meer, nach Staub, nach Licht. Die Wege sind eng, Stufen führen ins Nichts, dann plötzlich: der Blick. Unten das Meer, in dem sich das Blau des Himmels spiegelte.

Fünf Sätze zur Insel Santorin:
Santorin, geboren aus Feuer, ist die schönste Wunde der Ägäis. Die Caldera erinnert an das, was bleibt, wenn die Erde loslässt. Weiß getünchte Häuser reihen sich an den Abgrund, Sonnenuntergänge scheinen hier zu bluten. Der Blick über das Meer ist so weit, dass er noch macht. Wer Santorin besucht, versteht, dass Schönheit immer auch Verletzlichkeit birgt.

Ich bleibe immer noch. Staunen ist manchmal nichts anderes als Ehrfurcht vor der Vergänglichkeit.

Wünsche, Wunder und der Freiraum dazwischen

An Bord, in einer stillen Nacht, schreibe ich meine zehn Wünsche für 2026:
„Die Polarlichter sehen. In Angkor Wat den Atem der Steine ​​spüren. Durch Petra wandern. Am Zuckerhut lachen. Unter den Sternen an der Copacabana tanzen.“

Jeder Wunsch ist eine Linie auf der Karte meines Lebens. Ich weiß, ich werde sie vielleicht nicht alle erreichen – aber allein ihre Richtung zeigt mir etwas: dass Bewusstsein wächst, wenn ich träume.

Wunder, denke ich, sind nichts, was passiert – sie sind ein Zustand, in dem ich plötzlich begreife, wie viel schon da ist. Freiraum entsteht zwischen zwei Atemzügen, zwischen zwei Reisen, zwischen Tun und Staunen. Das Meer, das mich trägt, erinnert mich daran, dass Loslassen eine Form von Vertrauen ist.

Fazit – Der Kreis aus Staunen

Wenn ich heute auf meine Reise blicke, sehe ich kein Ziel, sondern einen Kreis.
Ein Zyklus aus Staunen, Bewusstsein, Wünschen, Wundern und Freiraum.

Ich habe gelernt, dass Bewusstsein nicht wächst, wenn ich schneller werde, sondern wenn ich stiller schaue. Dass Wünsche der Motor meiner Lebendigkeit sind – und Wunder ihr Beweis. Dass Staunen mich mit dem verbindet, was größer ist als ich selbst. Eine Kreuzfahrt endete im Hafen. Aber das Meer – das bleibt. Und irgendwo zwischen den Wellen nehme ich einen mit nach Hause: Jede Bewegung, jedes Licht und jeder Atemzug kann ein Wunder sein – wenn ich mir erlaube zu staunen.

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