Von der Kreuzfahrt zum Reiseblog für barrierefreie Landausflüge

Mit meiner Initiative „Ahoi und Moin Moin – Barrierefrei auf Kreuzfahrt“ und dem dazugehörigen Reiseblog setze ich mich für die Belange von Menschen mit Beeinträchtigung ein. Seit mehr als neun Jahren plane ich weltweit wunderschöne Kreuzfahrten und die dazugehörigen barrierefreien Landausflüge. Wie mit einer Kreuzfahrt im östlichen Mittelmeer alles begann, erfährst du im nachfolgenden Bericht.

Ein Samstag Morgen im März 2011, nach einem langen Winter, der erste halbwegs sonnige Morgen.
Mitten in der Kölner Innenstadt sitze ich zusammen mit meinem Travelbuddy in einem der zahlreichen Reisebüros der Stadt und lasse mich beraten. „Die schönste Zeit des Jahres“ will gut geplant sein.
Nach zwei Stunden schaue ich auf die Uhr und denke „die passende Reise ist noch nicht dabei“. Die Reiseberaterin ist frohen Mutes und meint „wir finden noch etwas“ und streifen den Reisetyp „Kreuzfahrt“. Sie stellt verschiedene Reedereien, Schiffe und Destinationen vor. Mich begeistert auf Anhieb eine Kreuzfahrt im östliche Mittelmeer, denn ich lese zur Zeit ein Buch über griechische Mythologie. Eine halbe Stunde später buchen mein Travelbuddy und ich „11 Tage Kreuzfahrt im östlichen Mittelmeer inkl. Flug und Transfer“ für einen warmen sonnigen Zeitraum ab Ende Juni. 

Meine erste Kreuzfahrt – ein Gefühl zwischen Titanic, Traumschiff und modernem Cluburlaub

Ich mache mir viele Sorgen „mit Handicap auf Kreuzfahrt?“„Welche Landausflüge kann ich problemlos absolvieren?“, „Welche Hilfestellungen an Land, in den einzelnen Destination sind zu organisieren?“ „Bekomme ich auch mit Nahrungsmittelunverträglichkeit etwas an Bord zu Essen?“ , denn ich möchte gerne gut vorbereitet sein. Genau in dem Moment werde ich während meiner Internetrecherche auf die „barrierefrei Abteilung“ der Reederei aufmerksam. Ich nehme den Telefonhörer in die Hand und wähle die angegebene Telefonnummer. Ich bin richtig aufgeregt. Nach fünf Mal klingeln meldet sich eine Frauenstimme und fragt „…,wie kann ich Ihnen helfen?“. Mein Anliegen bringe ich schnell auf den Punkt und werde nach meiner Buchungsnummer gefragt und einem Identitätsnachweis gefragt. Gesagt – getan. Für den Ausflug „ Athens Höhepunkte“ benötige ich an der Akropolis ein Hilfestellung, um vom Eingang zu den alten Steinen oben auf dem Berg zu gelangen. Vor dem Telefonat hatte ich bereits im Internet intensiv recherchiert und einen Aufzug an der Akropolis gefunden. Diese Erkenntnis teile ich der Dame am Telefon mit und bitte um Reservierung für den Tag. Sie teilt mir mit ich solle in den nächsten Tagen auf eine Bestätigung warten und mich am Ausflugstag an der Pier an die Shore Operations Manager bzw. die Reiseleitung am Bus wenden, diese wären informiert. Ich bedanke mich bei Ihr ganz herzlichen und denke „ puh, hoffentlich geht dass mal gut“. Wenige Tage später erreicht mein Travelbuddy die Bestätigung über die Hilfestellung und meine Vorfreude stieg.

Die Zeit der Abreise rückt immer näher – umso aufgeregter werde ich 

Flughafen Köln/Bonn morgens um circa 5 Uhr. Die vergangene Nacht kaum Schlaf gefunden, so aufgeregt bin ich. Gehe im Kopf nochmal alles durch – habe ich auch alles eingepackt: Medikamente, Atteste, Reieseunterlagen, Reisekissen, meine Ausflugstasche und vieles mehr. 
Am Check-in Schalter gibt es kein zurück mehr!
Die Koffer werden wir in Antalya wieder sehen – hoffentlich. Im Wartebereich zum Flugzeug sehe ich einige Reisende mit Aufklebern und Banderolen des Reederei. Na dann bin ich hier wohl ganz richtig. Mein Travelbuddy und ich verspüren Erleichterung und lassen uns in die Sessel sinken.  Die Sonne geht eine halbe Stunde später auf  und das Boarding beginnt. Wir sehen uns in Antalya.

Der Flug und die Abholung der Koffer verlaufen problemlos. Am Ausgang werden wir von freundlich lächelnden Mitarbeitern der Reederei herzlich empfangen und zu den bereitstehen klimatisierten Transferbussen gelotst. Vom Flughafen zum Schiff dauert es noch eine gute halbe Stunde. Im Bus sind ausschließlich Mitreisende, die genau wie wir „mit Transfer zum Schiff gebucht“ haben.

In der Nähe des Hafengebiets geht ein Raunen durch den Bus, die ersten Mitreisenden erkennen das Schiff bereits von weitem.. .
Da liegt Sie groß, majestätisch, ganz anderes als die Titanic oder das Traumschiff fest vertäut an der Pier – mein Neues Zuhause für die kommenden 11 Tage – AIDAdiva.

Erste bleibende Eindrücke 

Voller Neugierde steigen wir aus dem klimatisierten Bus ins Freie vor das in der Sonne schimmernde weiße Hafenterminal. Jeder Gast wird von den SchiffsCrew freundlich mit gekühltem Eistee im Becher begrüßt und zum Check-in geleitet  (ähnliches Prozedere wie am Flughafen). Wir werden dazu aufgefordert unsere Reiseunterlagen und unsere Ausweisdokumente vorzulegen. Über das Computersystem werden wir registrieren und erhalten unsere Bordkarte. Die Bordkarte ist Identitätsausweis und zugleich Zahlungsmittel an Bord – bloß nicht verlieren heißt es! 
Mit der Bordkarte und der Bordzeitung  in der Hand wird uns der Weg zum Schiff gewiesen. Aber Halt – ein charmant dreinblickender Fotograf wies uns an, uns hinter einem Steuerrad aufzustellen mit dem Rücken zum Schiff und fotografierte uns in Windeseile. Wie ich später herausfand war dies das Einschiffungsfoto  – als Erinnerung kaufe ich bei jeder Reise dieses Foto. 

Mein Puls rast, nur noch weniger Meter und wir konnten nach vorzeigen der Bordkarte und dem Hände desinfizieren beim Security Officer vorab, an Bord.
Wir gehen zum ersten Mal die Gangway hinauf, dort begrüßt uns ein weiterer Mitarbeiter und scannt unsere Bordkarte ein. Mit dem Scan weiß die Bord EDV nun das wir „an Bord sind“. 

Angekommen an Bord des Kreuzfahrtschiffes

Wir schlendern zu den Aufzügen. Direkt werden wir von anderen Mitreisenden willkommen geheißen und bekommen den Spitznamen „Erstfahrer“, weil es unsere erste Kreuzfahrt ist.
Auf dem Deck unserer gebuchten Kabine steigen wir aus dem Fahrstuhl – na wo liegt die Kabine? Backbord oder Steuerbord? 
Die Kabine ist groß, sehr geräumig und verfügt über einen eigenen privaten Balkon. Schick und elegant… ganz anders als Titanic oder Traumschiff – modern und farbenfroh eingerichtet. Auf dem Bett liegend finde ich bereits Kabinenpost und lese Sie aufmerksam durch. 
Im Badezimmer der Kabine mache ich mich frisch und ziehe mich sommerlich luftig an. Bis zum Abendessen sind wir damit beschäftigt dass Schiff zu erkunden. Um 22 Uhr heißt es Leinen los und AIDAdiva verlässt den Hafen von Antalya. Eine aufregende 11 tägige Kreuzfahrt liegt vor meinem Travelbuddy und mir.

Besuch der Rumfabrik Ron Barceló

Willkommen in La Romana, Dominikanische Republik

Die lebendige Hafenstadt ist Ausgangspunkt des heuten Landausflugs. Dank des Zuckerrohrbooms und des Tourismus leben hier heute circa 190.000 Einwohner. Über die Gangway auf Deck 3 verlassen wir heute das Schiff.

In der Vergangenheit hieß es für mich entweder Anreise und Check – in oder Abreise im Hafen von La Romana. Heute ist La Romana für mich Zwischenhafen auf meiner Reise durch die Karibik und Mittelamerika.

Ausflugsinformation La Romana - Rumfabrik

Hafenterminal La Romana

Auf der Pier sah ich einige große Überseecontainer. Das Verladen neuer Verpflegung, wie Obst und Gemüse, war bereits in vollem Gange.
Ich schlenderte über eine Brücke die kleine bewaldente Anhöhe hinauf und erreichte den stark klimatisierten Shop des Hafenterminal. Den Weg bis zum Parkplatz säumten zahlreiche kleine Souvenir Stände mit Holzfiguren, Taschen und T-Shirts mit typisch karibischen Mustern und Mode-Schmuck.
Dort wartete für den heutigen Tag bereits der Ausflugsbus mit einheimischer Reiseleitung (~ Ausflug in englischer Sprache). Die heutige Reisegruppe umfasste circa 25 Ausflüglern.

La Romana Cruise Terminal von oben

Panoramafahrt mit Geschmackserlebnis

Mit dem Bus verließ ich das Hafengebiet. Es ging vorbei am Platz der Unabhängigkeit von 1844 und über die Schnellstraße hinaus aus der Stadt. Nach circa einer halben Stunde hielt der Bus an einem Feld mit lauter Zuckerrohr an. Der Reiseleiter stieg aus und bat die Reisegruppe ihm zu folgen. Er erzählte über den Zuckerrohrboom währenddessen zeigte uns Zuckerrohr und schnitt diesen von der Pflanze ab. Für jeden von uns gab es ein Stück frischen Zuckerrohr zum Probieren. Zuckerrohr schmeckt süß, faserig gleichermaßen mit einer Note nach Holz und Apfel – ein Geschmackserlebnis.
Ich war schon ganz gespannt wie die Produktion von Zuckerrohr zu Rum funktioniert.

Zuckerohr

Rumbrennerei Ron Barceló

Das Produktionsgelände von Ron Barceló liegt in San Pedro de Macorís. Sie ist durch einen hohen Zaun und eine Einfahrtkontrolle von ungebetenen Gästen gesichert.

Vor dem Centro Histórico, quasi dem hauseigenen Museum, kam der Bus zu stehen und unsere Reisegruppe steig eilig aus. Dort übernahm der Touristenführer (~ Guide) der Rumbrennerei unsere Gruppe und begrüßte uns mit einer karibischen Gelassenheit.

Aufmerksam folgten wir dem Guide über den Hof in eine riesige Lagerhalle. Beeindruckend, so viele gefüllte Fässer habe ich in meinem Leben noch nie gesehen. Alle Fässer, sind aus amerikanischer Eiche hergestellt, markiert und beschriftet lagern mindestens 18 Monate im Fass. So erhält der Rum das Aroma, die Farbe und brillanten Geschmack. Außerdem besuchten wir die Abfüllanlage und Fässer Werkstatt, die ich im übrigen sehr nachhaltig finde.

Ron Barceló Betriebsgelände

Rumfässer während der Lagerung und Reifung

Wieder zurück im Centro Histórico begann die anschauliche Führung << Herstellung des Rums >>

Die Produktionsschritte

  • Der Rohstoff Zuckerrohr
  • Die Gärung
  • Die Destillation
  • Die Lagerung und Reifung
  • Das Blending
  • Das Bottling
Kunstvolle Rum Flaschen Lampe
Zuckerroh auf einem traditionellen Karren

Trapiche – Zuckermühle

Zuckerroh auf einem traditionellen Karren

Paila de Meladura - Melasse Schüssel

Ein traditionelle Fahrzeug um den Rum zum nächsten Markt zu bringen und dort zu verkaufe und eine Paila de Meladura – Melasse Schüssel

Der krönende Abschluss war dann wie konnte es anders sein – eine Rumkostprobe (ab 18 Jahren) und anschließendem Einkauf im hauseigenen Rumgeschäft.

Der Ausflug verging wie im Flug, insgesamt war es ein kurzweiliger Ausflug. 
Die Bodegas sowie das Centro Histórico sind für Rollstuhl, Rollator aber auch Kinderwagen ohne größere Hindernisse voll umfänglich zugänglich.

Den Rückweg zum Schiff unterbrachen wir für einen kleinen Abstecher in die Altstadt von La Romana. Ich habe Postkarten und zwei, drei kleine Souvenir gekauft.

Am Abend hieß es Leinen los – auf zu neuen Abenteuern in der Karibik.

Anreise und Check-in Las Palmas de Gran Canaria/Spanien

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