Buch-Tipp „Ein Tor zu eurer Welt“ von Aaron Wahl

Klappentext  „Ein Tor zu eurer Welt“

Menschen mit Asperger-Syndrom können Gefühle nicht deuten und vermitteln. Das macht sie zu Außenseitern und oft zu Gefangenen ihrer eigenen Wahrnehmungswelt. Aaron Wahl kennt diesen Zustand. Doch er kämpft gegen die Isolation an. Als er bei einem Emotionstraining erfährt, wie sich Angst, Freude und Trauer anfühlen, ist das für ihn ein lebensverändernder Durchbruch. Aaron schafft es, den Tod seiner geliebten Großeltern zu verarbeiten und eine Brücke zu seinen Mitmenschen zu schlagen. Er lernt die bunte Seite des Lebens kennen.

Hier findest du eine Leseprobe.

Auf Kreuzfahrt gelesen - Ein Tor zu eurer Welt von Aaron Wahl
Auf Kreuzfahrt gelesen – Ein Tor zu eurer Welt von Aaron Wahl

Meine Eindruck  „Ein Tor zu eurer Welt

Mit diesem Debüt berichtet Aaron Wahl über sein Leben und wie es dazu kam, mit der Diagnose Asperger Autimus umzugehen. Das Buch umfasst 256 Seiten.
Der Autor verarbeitet mit dem Buch ein Teil seiner Vergangenheit bis er die PEM-Methode in Hamburg, sogenanntes Emotionstraining, kennenlernt. Dadurch wird sein Alltag spürbar erleichtert. Die Frage bleibt wie geht es für ihn in Hamburg weiter.
Zuweilen ist dieses Buch keine leichte Literatur für einen Seetag.

Über den Autoren

Aaron Wahl wurde im Jahr 1990 in Hamburg geboren und wuchs in Hamburg auf.
Nach der Schulzeit und den ersten Ausbildungsversuchen, wurde er mit Anfang 20 offiziell für dauerhaft arbeitsunfähig und seelisch behindert erklärt.
Er selbst gab sich und seine Träume jedoch nicht auf und kämpfte sich zurück ins (Arbeits-)Leben.
Am Ende des Jahres 2016 erhielt er die Diagnose Asperger Autimus.

Buch - Tipp Ein Tor zu eurer Welt von Aaron Wahl
Buch – Tipp Ein Tor zu eurer Welt von Aaron Wahl

Fünf Fragen an den Autor Aaron Wahl

Auf welche Stärken sollte eine autistische Person bauen und persönlich als Vorteil im Alltag nutzen? 
Das ist sehr individuell und kommt jeweils auf die individuellen Stärken der Person an. Wie jeder andere Mensch in seiner Persönlichkeit verschieden ist, so ist auch jeder Autist verschieden.
Einem Autisten mit Spezialinteresse zum Beispiel würde ich empfehlen dieses Interesse zu nutzen.
Und jemandem der noch nicht recht weiß, was eigentlich seine Stärken sind, kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen, sich die Dinge anzuschauen, die man gut kann, die einem leicht fallen und die man gegebenenfalls sogar als selbstverständlich oder als nicht besonders wahrnimmt. Meist liegt darin schon eine Stärke, die ausbaufähig ist.

Bei mir war das so und es hat sehr viel Reflexion und ein sehr ehrliches und aufrichtiges Umfeld gebraucht, damit ich nach und nach meine Stärken auch als solche wahrgenommen habe. Heute bin ich sogar sehr stolz auf sie und freue mich, dass ich mich auf das Nutzen meiner Stärken konzentrieren kann, sowohl privat als auch in der Arbeit. Zum Beispiel meine Fokussierung bei Themen die mich interessieren, meinen Wissensdurst, der immer neue Felder offengelegt oder meine Fähigkeit weitreichende Möglichkeiten, Folgen und Zusammenhänge zu sehen, was für meine Arbeit als Projektleiter von unschätzbaren Wert ist und schon für viele schöne Ereignisse gesorgt hat alleine aus einer eventuellen zukünftigen Möglichkeit und der Entscheidung des Weg dahin zu beschreiten.

Generell kann ich nicht nur Autisten, sondern jedem Menschen empfehlen, sich auf seine persönlichen Stärken zu konzentrieren und jedem Arbeitgeber lege ich ans Herz, die Stärken der Mitarbeiter so gut es geht zu fördern und einzusetzen, so arbeiten auch wir hier im Center, was sehr produktiv und gleichzeitig sehr erfüllend ist.

Ebenso wie unsere Stärken, machen uns aber auch unsere Schwächen aus, ich habe bei meiner Arbeit gemerkt, dass es viel erfüllender ist, mich auf den Ausbau meiner Stärken zu konzentrieren, als ewig zu versuchen meine Schwächen zu umschiffen oder zu verbessern und mir geht es damit deutlich besser.

Ist Hamburg Heimat für Dich? 
Hamburg ist für mich die Stadt in der mein Projekt begann, aber ebenso die Stadt wo ich das meiste erlebt habe, was im Buch beschrieben wird.
Heimat würde ich heute nicht als Ort definieren, sondern unter Menschen zu sein, wo ich „ich sein“ kann, die mich behandeln wie jeden anderen Menschen auch und wo die vorhandenen Unterschiede eher als neue Perspektive und Zugewinn gesehen werden.
Ich habe meine Heimat gefunden und zudem etwas, was mich wirklich mit Leidenschaft erfüllt und was ich machen will, zusammen mit Menschen die mit mir in dieselbe Richtung gehen.
Diese Menschen, diese Leidenschaft und diese gemeinsam Richtung mit diesem Team ist meine Heimat und daher Orts unabhängig.
Trotzdem schätze ich Hamburg, insbesondere die Menschen.

Was liest ein Autor wie Du privat? 
Ich bin absolut im (High) Fantasy Bereich angesiedelt. Das ist so ziemlich die einzig wahre Liebe, die ich Buch technisch habe.
Patrick Rothfuss, Brent Weeks, Peter V. Brett, Brandon Sanderson. Meine absolute Lieblingsreihe ist die Askir Saga von Richard Schwartz. Mit Havald, der Hauptfigur kann ich mich irgendwie gut identifizieren und die Reihe lese ich 1-2 mal pro Jahr komplett an einem Stück durch, schlafe kaum und bin danach immer sehr traurig, dass die Geschichte aufhört.
Wenn ich mal wieder eine Lesephase einlege (Die sind meist äußerst exzessiv) gucke ich mir vielleicht auch mal wieder aktuellere Bücher an, vielleicht gibt es aus dem Bereich mit den Autoren Vorlieben ja Empfehlungen?

Woher kommt deine Idee für das Buchcover? 
Das Buchcover entstand aus der Zusammenarbeit zwischen dem Knaur Verlag, dem PEM Center Team, unserem Designer und mir. Ich wollte gerne den Titel bildlich darstellen und da ich grafisch vollkommen unbegabt bin, habe ich mit Paint *pfeif* unserem Designer versucht zu malen, was ich mir vorstelle. Er hat dies dann etwas professioneller aufgearbeitet und dies haben wir dem Verlag geschickt, der Verlag hat dann letzte Anpassungen vorgenommen und so ist dies Cover entstanden, mit dem ich mich und den Inhalt meines Buches voll identifizieren kann.

Was ist dein nächstes Projekt? 
In einer Biographie ist ja nicht immer der Raum um einzelne Themen deutlicher zu behandeln. Deshalb würde ich gerne meine Erfahrungen mit der Perdekamp`schen Emotions Methode (PEM) etwas detaillierter beschreiben und erzählen, was sich alles seitdem ich das Projekt begann verändert hat.
Zum Beispiel konnte ich beim Dreh für das Video in der vollen Hamburger Innenstadt umherlaufen, ohne dass es mich gestresst hat oder mir unangenehm war. Vor dem Training war ich in meinem gesamten Leben 5 Mal in der Hamburger Innenstadt und wäre da niemals freiwillig hingegangen. Aber gerade durch Situationen wie diese merke ich besonders, wie das Training mich im Alltag ganz unbewusst aber unglaublich stark unterstützt. Der Wunsch mehr über das Training und meine Erfahrungen damit zu erfahren, wurde auch von außen schon öfter an mich kommuniziert und wenn es dabei unterstützt Menschen einen besseren Eindruck dieser Unterstützung und der Möglichkeiten zu geben ist es etwas, was ich in jedem Fall machen möchte.

Beim Lesen des Romans

Ich reise seit mehr als acht Jahren mit meinem Handicap um die Welt.
Früher fuhr ich gerne nach Bayern in die Berge. Auf dem Berggipfel hoch oben zu stehen und die klare Luft zu atmen – herrlich.
Damals war es ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit.
In Gegenwart und Vergangenheit werde und wurde ich auf mein Handicap angesprochen, ich muss sagen „ich kenne es nicht anders“.
Der Neugierde meines Gegenübers ist manchmal grenzenlos – hin und wieder stehe ich dann Rede und Antwort.
Nach all‘ den Jahren leben mit Handicap habe ich mich damit arrangiert und meinen glücklichen Lebensweg gefunden.

Ich kann reisen wie und wohin ich mag. Neue Länder, Menschen, Flora und Fauna zu entdecken bereitet mir viel Freude.
Mehr als 70 Häfen von Panama bis Limassol habe ich bereist.
Hin – und wieder kommt es dann trotz guter Vorbereitung zu Hindernissen/Problemen, die ich direkt angehe.
Ich lasse mich ungerne entmutigen denn die Lösung liegt meist näher als im ersten Moment gedacht.

Panama – Zwischen Karibik und Pazifik  – es gibt viel zu entdecken

St. Kitts – Besuche die Inselhauptstadt Basseterre und Inselrundfahrt

Southampton – Ein historischer Rundgang auf den Spuren der Titanic

Danke für die Zusammenarbeit mit Mainwunder und Verlagsgruppe Droemer Knaur.

(9) Comments

  1. Lea

    Wow! Ein super Buchtipp und ich finde es toll, dass du Aaron interviewt hast. Ich bin ganz beeindruckt von ihm!

    Liebe Grüße
    Lea

  2. angelique

    Vielen Dank für deinen interessanten Buchtipp. Eine andere Sichtweise tut unserem Alltag gut und man sieht über so manche Schwäche leichter hinweg. alles liebe angelique

  3. Bettina Halbach

    Hallo Kathy, ich finde das Buch richtig Klasse, danke dass du es vorgestellt hast: Zu erfahren wie Aaron sein Leben meistert hilft über so Manches im eigenen Leben hinweg, man nimmt sich daran ein Beispiel. Die Aufforderung konzentriere dich auf deine Stärken istfür mich genau das: Ein Tor zu meiner Welt 🙂 liebe Grüsse Bettina

  4. Tamara

    Hey Kathy,
    sehr sehr interessanter Beitrag zum Buch. Generell muss ich dir gegenüber sagen: Hut ab, trotz Handycap – und man merkt deinen Beträgen an, dass du deine Lebensqualität durch dein Mind-Set deutlich anhebst. Weiter so! <3

  5. Julie

    Liebe Kathy,
    das klingt nach einem sehr interessanten Buch sowie Autor!
    Danke für die schöne Vorstellung!
    Ich kann mir vorstellen, dass das Buch teilweise keine leicht Kost ist, aber ich bin immer sehr an Biographien interessiert und finde es immer spannend, in die Lebensgeschichten anderer einzutauchen. Also danke für den tollen Buchtipp!
    Viele liebe Grüße
    Julie

  6. Tabea

    Liebe Kathy,

    ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Buch manchmal nicht ganz leichte Kost ist. Aber ich glaube auch, dass es wirklich zu empfehlen ist.
    Viele Menschen in unserer Gesellschaft haben irgendwo ein Handicap – und sei es „nur“ ein Burnout oder eine Depression (nein, das will ich hier nicht verharmlosen!) – und ich glaube, ich können alle aus dem Buch viel lernen. Von Dir übrigen auch, finde ich 🙂

    Ganz liebe Grüße,

    Tabea

  7. Frauenpowertrotzms

    Toller Beitrag und sicher ein interessantes Buch. Ich kenne jemanden mit Asperger aber eher leichte Form. Ich bin gut mit ihm zurecht gekommen bzw. heute wenn ich ihn zufälligerweise treffe, aber leider ist seine Ehe zerbrochn.
    Liebe Grüße
    Caro

  8. Kerstin Cornils

    Liebe Kathy,

    jetzt bin ich endlich mal wieder bei dir auf dem Blog gelandet. Dein Beitrag zum Buch ist echt toll geworden. Ich freue mich auf unser Treffen. Und klicke mal direkt auf deinen Link zu Panama. Und verliere mich dort in Erinnerung von unserer Fahrt auf dem Panamakanal.
    LG Kerstin

  9. Nina

    Vielen Dank für deinen tollen Beitrag! Man merkt auch bei dir, wie sehr dich die Geschichte bewegt hat, aber auch wie du selbst schon seit Jahren am wachsen bist und dich niemals unterkriegen lässt! Das ist einfach fantastisch! Bleib weiterhin so, sei neugierig und tu das, was du tun magst und du wirst keine Grenzen mehr haben 🙂

    Liebe Grüsse
    Deine Nina

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